| Für die Zukunft Europas werden Christen entscheidende Bedeutung haben. Davon ist der abtretende Chrischona-Direktor Markus Müller überzeugt. In seinem Buch „Trends 2016 – die Zukunft lieben“ schildert Müller Orte, an denen Leben sich entfalten kann. Als Grundlage für seine Vision fasst der Autor Entwicklungen seit 1945 zusammen. Doch er greift weiter zurück: „Zumindest im 2. Jahrtausend ist Kirchengeschichte auch Geschichte der Trennungen und des Auseinanderbrechens“ (137). Der Wahrheitsanspruch des christlichen Glaubens sei stetig zurückgegangen. Heute nimmt Müller eine „gebrochene Kirche“ und ein „allgegenwärtiges Ringen um persönliche Identität“ wahr (139). Dem auch in frommen Kreisen grassierenden Individualismus hält der Chrischona-Leiter die gemeinsame Bejahung des Lebens als Ausdrucksweise des Glaubens entgegen: „Christlicher Glaube ist konkreter Lebensentwurf innerhalb konkreter Lebensfelder“ (155). Die „jetzt real existierende Gemeinde“ wertschätzen Markus Müller bespricht fünf Herausforderungen, in denen Christen Chancen sehen und diese ergreifen sollen. Er betont, dass Europa als Kulturraum auf den Säulen Wahrheit und Barmherzigkeit fusst. Die Christen hätten Dienen und Haushalterschaft zu kultivieren und christliche Gemeinde als „Ur-Entfaltungsort des Lebens“ zu gestalten. Denn „Gemeinde ist der erste Ort, den sich Christus in dieser Welt sucht, um Gestalt zu gewinnen. Die Gemeinde ist sein Leib“ (231). Doch hätten im Projekt Kirche Menschen vielfach die Projektleitung an sich gerissen; andere würden, davon abgestossen, Konkurrenzprojekte lancieren oder sich von Gemeinde überhaupt distanzieren. Müller mahnt, nicht „gering von der jetzt real existierenden Gemeinde zu denken, denn Christus ist Haupt über die ganze Gemeinde“ (232). Hoffnung, Wahrheit, Barmherzigkeit Der Schlussteil des Buchs skizziert „Gemeinde als Antwort Gottes auf die Herausforderungen der Zeit“. Europa brauche „Orte der Hoffnung, der Wahrheit und der Barmherzigkeit. An diesen Orten wird etwas von dem anschaubar und wird etwas von dem gelebt, was für eine künftige Welt notwendig ist“ (243). Christen sollten priesterlich leben, die Menschen von Gott her sehen und sie dienend aufrichten. Hoffnung ist „der rote Teppich, der uns von der Zukunft her ausgelegt ist.“ Müller betont: „Hoffnung ist nie gegen etwas, sondern immer für etwas – nie gegen eine Sache, sondern für eine Sache“ (277). Er schliesst sein Buch mit der Vision einer „Herzensuniversität“ (Ort der christlichen Bildung des Herzens), die verbindliches Leben und Handeln inspiriert und ermöglicht. |
| Markus Müller: Trends 2016 – Die Zukunft lieben Brunnen Verlag Basel, 2009, 320 Seiten, Paperback ISBN 978-3-7655-1450-0 Das Buch bestellen Leseprobe Zurück zur Übersicht |