Diakonie im Gemeinschaftshaus Moosrain Riehen

Die diakonische Gemeinschaft im Moosrain-Garten.

Die diakonische Gemeinschaft im Moosrain-Garten.

Im Umbau: Das eingerüstete Haus Moosrain von Süden.

Im Umbau: Das eingerüstete Haus Moosrain von Süden.

Seminar: Die Gemeinschaft fördert diakonische Wohnmodelle.

Seminar: Die Gemeinschaft fördert diakonische Wohnmodelle.

Das Gemeinschaftshaus Moosrain in Riehen bei Basel befindet sich im Aufbau. Der Leiter, Pfr. Thomas Widmer-Huber, stellt die entstehenden diakonischen Tätigkeiten und ihr Zueinander vor.

Das Gemeinschaftshaus Moosrain wird nach Abschluss der Umbauphase 11 Wohnungen, zwei Studios und diverse Gemeinschaftsräume umfasssen. Wenn alle Wohnungen besetzt sind, werden 35-40 Personen das Haus beleben, aufgeteilt in vier Stockwerk-Gemeinschaften.

Diakonisches Handeln wird im Moosrain in verschiedenen Bereichen sichtbar. Schon der Umbau des Pflegeheims in ein Mehrfamilienhaus hat eine sozial-diakonische Dimension.

Bauteam: Integration und Förderung von „Schwächeren“
Während des rund zweieinhalb Jahre dauernden Umbaus werden ins Bauteam Menschen integriert, die in einem geschützten Umfeld die Möglichkeit haben, Neues zu lernen und zu festigen. Für die Einen ist die Mitarbeit Arbeitstraining, für die Anderen Tagesstruktur mit integriertem gemeinsamen Mittagessen. Bereits der Bauprozess hat eine diakonische Dimension.

Lebensgemeinschaft: Integration von Menschen mit psychischen und physischen Einschränkungen
Die Glaubens-, Lebens- und Dienstgemeinschaft Moosrain als Trägerschaft des Gemeinschaftshauses fördert die Integration von Menschen mit psychischen und physischen Einschränkung sowie die Entstehung von weiteren christlichen Wohnmodellen. Die Lebensgemeinschaft verpflichtet sich zu einem langfristigen gemeinsamen Engagement und bildet damit den Unterbau für nachhaltiges diakonisches Handeln.

Diakonische Gemeinschaft Ensemble: Teilzeitstellen und ehrenamtliches Engagement
Die Diakonische Gemeinschaft Ensemble als eine der Stockwerk-Gemeinschaften kombiniert diakonisches Handeln mit Teilzeitstellen beim Trägerverein Offenen Tür mit ehrenamtlichem Engagement. Die Mehrzahl der Mitglieder der Gemeinschaft besteht aus Männern und Frauen, die „mit beiden Beinen im Leben“ stehen und sich ehrenamtlich einbringen. Sie sind bereit, ihr Leben mit Menschen mit Einschränkungen zu teilen, und setzen damit ein integrativ-diakonisches Zeichen.

Fachstelle Gemeinschaftliches Leben: Förderung von Diakonischen Wohnmodellen
Auch die Fachstelle Gemeinschaftliches Leben (ebenfalls „Offene Tür“) hat ihren Sitz im Moosrain. Sie fördert die Gründung von neuen (diakonischen) Wohnmodellen durch Beratungen, Seminare und Publikationen. Die Erfahrungen in den sechs Diakonischen Hausgemeinschaften der Offenen Tür und im Gemeinschaftshaus Moosrain werden reflektiert und für Interessierte zugänglich gemacht

Stockwerkgemeinschaften mit Integration von jungen Menschen mit Schwierigkeiten
In zwei Stockwerkgemeinschaften leben die Leiterpaare mit jungen Menschen zusammen und fördern sie in ihrem Wunsch, in der Nachfolge Christi und ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu reifen. Auch hier werden einzelne junge Menschen mit Schwierigkeiten integriert – auf ehrenamtlich-diakonischer Basis.

Diakonieverständnis
Diakonie als „Dienst im Geiste Christi“ (Sr. Doris Kellerhals) ist vom neutestamentlichen Verständnis her ganzheitlich. Das wird bei Jesus sichtbar. Er kam, um zu dienen und um sein Leben hinzugeben (Mk 10,45). Petrus ermutigt, dass die Nachfolger von Jesus einander mit der von Gott empfangenen Gnadengabe dienen (1 Petr. 4,10). Im Moosrain werden auch die „Schwächeren“ ermutigt und gefördert, ihren Beitrag zu leisten, nach dem Mass ihrer Kraft (Eph 4,16). Sie sind im Sinne von Jürgen Moltmann „Subjekte im Reich Gottes, nicht Objekte unseres Mitleids.“

Diakonisches Engagement: Chance des gemeinschaftlichen Lebensstils
Ein gemeinschaftlicher Lebensstil birgt ein grosses Potenzial und damit auch Chancen für diakonisches Engagement:
- Die regelmässige Tischgemeinschaft hat eine starke integrativ-diakonische Dimension
- Gastfreundschaft leben bzw. Gäste aufnehmen und mittragen ist einfacher, insbesondere in Situationen, wo eine einzelne Person oder eine einzelne Familie überfordert wäre. Die Arbeit im Gästebereich kann aufgeteilt werden.
- Möglich wird die Kombination von professionellem diakonischem Engagement (Teilzeitstellen) mit freiwilligem diakonischem Einsatz von Mitbewohner(innen).
- Aus dem gemeinsamen Gebet und gottesdienstlichen Feiern werden die Einzelnen für ihr diakonisches Engagement gestärkt.

Website des Gemeinschaftshauses Moosrain

Zurück zum Dossier

Autor: Peter Schmid     bereitgestellt: 18.08.2011