| Mission gehört zum christlichen Glauben wie das Brennen zum Feuer. Diese Einsicht betrachte ich nicht nur als biblisch begründet, sondern auch für die Gestaltung einer blühenden Gemeindearbeit wegleitend. Eberhard Jüngel hat an der deutschen evangelischen Kirchensynode in Leipzig schon 1999 gesagt: "Wer an einem gesunden Kreislauf des kirchlichen Lebens interessiert ist, muss auch an Mission und Evangelisation interessiert sein." Nach vielen Jahren einer befangenen Scheu im Umgang mit diesem Thema ist in den reformierten Landeskirchen ein Update nötig. Wir müssen als Volkskirche lernen, Mission neu zu denken und nach dem Stellenwert der missionarischen Arbeit in den Gemeinden vor Ort fragen. Kirchenleitende Gremien sind zunehmend an einer missionarischen Gemeindeentwicklung interessiert. So schreibt zum Beispiel der Zürcher Kirchenrat in den gegenwärtigen Legislaturzielen: "Mission, Evangelisation und Gemeindeaufbau sind biblisch-theologische Dimensionen, die für das kirchliche Leben neu zu erschliessen und für die Arbeit in der Gemeinde fruchtbar zu machen sind." Der Glaube wird von Generation zu Generation abnehmend weitergegeben. Somit stellt sich die Frage, wie Menschen auf anderen Wegen zum Glauben finden. In der neuen deutschen Studie "Wie finden Erwachsene zum Glauben?" wurden über 450 Personen befragt, die in den letzten Jahren eine Veränderung zum Glauben hin erlebt haben. Viele wurden in Gottesdiensten innerlich berührt, welche durch eine bewusst gestaltete Liturgie auf eine Gottesbegegnung hin angelegt waren. Andere wurden durch neue Gottesdienstformen mit verschiedenen musikalischen Stilrichtungen und kreativen Elementen angesprochen. Dabei sind viele freiwillige Gemeindeglieder an der Feier beteiligt. So entsteht aus dem Gemeindeleben heraus eine missionarische Wirkung des Gottesdienstes. Im Gottesdienst kann der Funke allerdings nur springen, wenn die Menschen auch herzu kommen. Das geschieht dort, wo das Gemeindeleben auch unter der Woche eine starke Anziehungskraft entwickelt. Angebote für verschiedene Zielgruppen und eine weitläufig vernetzte Beziehungsarbeit sind dazu nötig. Die herkömmliche Komm-Struktur ist zu ergänzen durch eine neue Geh-Struktur. Mission ist eine Bewegung, die auf Begegnung beruht – auf der Begegnung aus dem Glauben zum Glauben. Gemeindeglieder, die im Alltag ihren Glauben überzeugend leben, sind Trägerinnen und Träger dieser Geh-Struktur. Doch in kleinen Gemeinden sind die Ressourcen beschränkt. Wie können wir auch dort den Weg zu den Menschen finden? Müssten wir den missionarischen Horizont auf eine ganze Region auszuweiten? In der Herbst-Tagung des Landeskirchen-Forums in Bern werden diese Fragen thematisiert. Wir wollen diskutieren, wie und wo in unseren Gemeinden der missionarische Funke springen kann. Pfr. Alfred Aeppli, Jegenstorf, Präsident LKF |
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