Vielfältige Dienste, spezifische Beiträge

An der LKF-Tagung vom 8. November 2008 in Zürich schilderten Vertreterinnen von Kommunitäten, was sie in der reformierten Kirche wahrnehmen, wie sie in ihr leben – und was sie beitragen. Statements:
Seit 24 Jahren sind wir zu sechst unterwegs. Wir führen ein verbindliches Leben nach den drei evangelischen Räten: ehelos, einfacher Lebensstil, mündiger Gehorsam. Wir wollen in der evangelisch-reformierten Landeskirche leben, selbständig, aber in ihr und für sie – sie liegt uns am Herzen. Der Saron ist in der Bibel eine fruchtbare Ebene, die für Gott blüht.
Wir sind klein. 1982 wurden wir als Schwestern eingesegnet und legten in der reformierten Kirche öffentlich unser Versprechen ab. Ein Haus zum gemeinsamen Leben ergab sich nicht. Wir arbeiten in unseren Berufen, arbeiten in der Kirchgemeinde freiwillig mit, engagieren uns diakonisch, beten regelmässig miteinander und feiern auch Gottesdienst. Sr. Birgit sucht im Zürcher Kreis 4 Randständige auf.
Wovon ich träume? Dass wir in Gemeinden oder in der Kirchensynode von uns erzählen können, dass vielleicht Menschen die Stimme Gottes hören und ein Leben in Gemeinschaft erwägen.
- Sr. Marianne Bernhard, Evangelische Schwesternschaft Saronsbund, Uznach

Wir sind drei Schwestern, seit 20 Jahren miteinander unterwegs. Wir führen im Kleinbasel ein Haus des Gebets und der Stille. Täglich halten wir vier Gebete, wöchentlich ein Gebet für die Einheit der Kirche und für Israel. Wir laden Christen ein, mit uns zu beten. Fünf Gästezimmer stehen bereit für Menschen, die Stille suchen. Wir bieten geistliche Begleitung und Seelsorge an. Soweit es uns möglich ist, arbeiten wir in der Kirchgemeinde Kleinbasel mit.
Seit einer Woche lebt eine junge Frau mit uns. Christa Gerber wird im Dezember als Novizin aufgenommen. Wir haben die Vision, dass andere junge Frauen sich Christa anschliessen.
- Sr. Annekäthi Kachel, Communität El Roi, Basel

Wir pflegen Menschen, dass sie auch als Demente ihre Würde bis zuletzt behalten können. Durch die Stiftung geschieht Diakonie.
Wir leben Kommunität und kommen zu drei Tagzeitengebeten zusammen. Menschen sagen uns, dass sie bei uns eine andere Atmosphäre spüren. Ich denke: Ja, es ist das Gebet, das in alles hinein geht. Es ist uns eine heilige Aufgabe, zu beten, zu danken und Gott zu loben.
Wir können das auch noch als Ältere tun. 75 Schwestern leben im Neumünster; die meisten im Pflegealter.
- Sr. Emmi Scherrer, ehemalige Oberin des Diakoniewerks Neumünster, Zollikerberg

In der Schwesternkommunität Wildberg leben sechs Schwestern (32-65-jährig). Wir verstehen uns als Glied am weltweiten Leib Christi. Als Teil der Gemeinschaft Diakonissenhaus Riehen beherbergen wir Gäste. In der reformierten Kirche nehmen wir verschiedene Dienste wahr, machen Besuche, wirken in Gottesdiensten und auch in der Kirchenpflege mit. Wir verbinden leiturgia, koinonia, diakonia und martyria, wir wollen Anteil geben und Anteil nehmen, gemeinsam feiern und beten – und so Zeugnis sein für das Haupt der Gemeinde, für Jesus Christus.
- Sr. Marianne Graf, Haus der Stille und Besinnung, Wildberg

Ich arbeite auf der Palliativstation, die wir im Salem-Spital aufbauten. Es wurde bis 2003 vom Diakonissenhaus geführt. Dem Mutterhaus gehören noch 88 Diakonissen an, zwei sind in der Probezeit.
Das Mutterhaus ist offen für Menschen, die Begleitung suchen. Für die Kirche der Stadt wollen wir ein Zeichen von Gottes Liebe sein. Diakonissen müssten darauf achten, dass sie nicht nur ans Leisten denken, sondern ans gemeinschaftliche Leben.
- Sr. Christina Kunkler, Diakonissenhaus Bern

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Autor: Peter Schmid     bereitgestellt: 27.03.2010