| hc. „In den vergangenen Jahrzehnten haben sich im Raum der evangelischen Kirchen in der Schweiz verschiedene neue Kommunitäten gebildet, und es ist nicht zu übersehen, dass von diesen Gruppen und ihrem verbindlichen gemeinsamen Leben im Geist des Evangeliums eine starke Ausstrahlung ausgeht. Wer sind diese Kommunitäten? Was wollen sie? Und welches ist ihr Ort innerhalb von Kirchen, die sich der reformatorischen Tradition verpflichtet fühlen…?“ - Was Lukas Vischer in einer Broschüre der Evangelischen Arbeitsstelle Oekumene Schweiz „Kommunitäten und evangelische Kirchen“ 1982 schrieb, ist nach wie vor aktuell. Abgeschnitten Die Reformation brach radikal mit der Sozialgestalt der Klöster, weil man sich von den Auswüchsen trennen wollte. Es wurde ausradiert statt reformiert. Man setzte auf Ortsgemeinde und Familie. Heute sind beide Institutionen in der Krise. Christliche Gemeinschaften fristen in reformierten Kirchen meist ein Schattendasein. Dies trägt dazu bei, dass sie sich „ihrer eigenen Identität oft unsicher geworden sind. Als Relikt früherer Zeiten betrachtet, erleben sie wenig Unterstützung“ (Evangelische Ordensgemeinschaften in der Schweiz, SEK, 2003). Einpflanzen Wir fragen: Soll das, was die Reformatoren abschnitten, wieder eingepflanzt werden? Sich dies vorzustellen, erfordert gewiss etwas Phantasie. Sind Verantwortliche der reformierten Kirchen gewillt, die Fragen Vischers und diesbezüglichen Anfragen der Kommunitäten aufzugreifen? Einzelne Kantonalkirchen haben dies getan. So z.B. die Neuenburger Kirche, die schon seit längerem den Kommunitäten in der Synode einen festen Platz anbietet. Oder die Basler Kirche, welche Mitglieder von Kommunitäten zum Dienst einsegnet und bezeichnete Werke offiziell anerkennt. In einigen Fällen sind es die örtlichen Kirchgemeinden selber, die „ihre“ Kommunität integrieren. Die Kirchen in ihrer Gesamtheit erweisen sich eher zurückhaltend. Ist kommunitäres Leben zu radikal? Dabei entwickeln sich Kommunitäten, Bewegungen und Gemeinschaften immer mehr zu Leuchttürmen in einer Gesellschaft, die nach Orientierung fragt. Nach einer Zeit kritischer Distanz merken die Kirchen, dass sie ohne solche Gemeinschaften nicht weiterkommen. |
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