| hc. Die meisten Kirchen sind sich einig im Glauben an die Schöpfermacht Gottes, die Menschwerdung Jesu und seinem Heilshandeln und dem Wirken des Geistes. Uneinig sind sie sich darin, wie eine volle Kirchengemeinschaft verwirklicht werden soll. Ökumene lässt sich weder einfach organisieren noch an Funktionäre delegieren. Eine geistliche Ökumene kann nur in Transparenz erbeten und gelebt werden. Die Liebe unterläuft erstarrte Wahrheit und macht willig, einstige Richtigkeiten zu erkennen und - wo nötig - sie wieder loszulassen. Männer und Frauen aus katholischen und evangelischen Bewegungen und Kommunitäten gehen ihren Konfessionen voran, indem sie Leben teilen, einander aushalten und sich der Führung des Geistes und ihrer Kirche anvertrauen. "Seht, wie sie sich lieben." Denn: Die Konfessionen können nur in Selbstbescheidung – und doch im Blick auf das Ganze – das ihnen zugeteilte Stück himmlischer Herrlichkeit entfalten und sich der Unordnung in den eigenen Reihen stellen. In der offenen Begegnung miteinander sprechen sie einander darin Mut zu – bis der Tag anbricht. Der Einsatz für die Ökumene stärkt die eigene konfessionelle Identität und hebt sie nicht auf. So wird der Blick auf den Weinstock Israel frei. Raubvögel haben hier nichts zu suchen. Die Fässer beginnen sich zu füllen. Der Besitzer des Weinbergs darf kommen. Vergleiche die Prophetenworte: |
| "Erlaubt, dass ich singe von meinem Freund, das Lied meines lieben Freundes von seinem Weinberg. Mein Freund hatte einen Weinberg, an steiler Höhe, überaus fruchtbar. Der Weinberg des HERRN der Heerscharen ist das Haus Israel, und die Männer Judas sind, was er aus Leidenschaft gepflanzt hat. Er hoffte auf Rechtsspruch, doch seht: Rechtsbruch! Und auf Gerechtigkeit, doch seht Schlechtigkeit!" (Jesaja 5,1.7) "Ist mir mein Erbbesitz zum Lager der Hyäne geworden? Die Raubvögel kreisen über ihm." (Jeremia 12,9) |
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