Wegmarken der SEK-Geschichte

Der Bericht zur Verfassungsrevision zeichnet die Vorgeschichte und Entwicklung des 1920 gegründeten Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes nach. 10 Jahre nach der Gründung des Bundesstaates schlossen sich die reformierten Kirchen 1858 zur Schweizerischen Kirchenkonferenz zusammen. Während des 1. Weltkriegs sah diese sich vor neue Aufgaben gestellt. Um die Not in kriegsversehrten Ländern zu lindern, genügte die Konferenz strukturell nicht; sie wurde 1920 in einen Kirchenbund umgewandelt. „An die Stelle blosser Beratungen trat nun ein Organ gemeinsamen Handelns.“

Dem SEK wurde 1922 die Durchführung einer europäischen Hilfsaktion von Kirchen übertragen. Die Methodistenkirche (als einzige Freikirche) trat dem Kirchenbund bei. Zur Zusammenarbeit wurden 1925 der Schweizerische Evangelische Missionsausschuss und 1927 der Verband für Innere Mission und christliche Liebestätigkeit gebildet.

Für ein neues Europa
In den folgenden Jahrzehnten dehnte sich die Arbeit des Kirchenbunds auf weitere Bereiche aus. Für soziale Fragen wurde eine Kommission gebildet. 1945 gründete der SEK das HEKS, welches bald in zahlreichen vom Krieg betroffenen Ländern Europas half. Schon 1940 hatte die Abgeordnetenversammlung beschlossen, dem in Gründung befindlichen Ökumenischen Rat beizutreten. Der SEK vertritt die Mitgliedkirchen in internationalen Verbänden.
Den gewachsenen Aufgaben und der Vernetzung hatten auch die Statuten Rechnung zu tragen. 1950 wurde die Verfassung in diversen Punkten revidiert, dabei erhielten der Vorstand und die Abgeordnetenversammlung (AV, neu mit Präsidium) mehr Kompetenzen. Die Verfassung von 1950 gilt bis heute; sie soll in den nächsten Jahren revidiert werden, wozu der vorliegende Bericht Grundlagen abgibt.

Wachstum und Rückgang
Als die Arbeit des SEK weiter zunahm (Kontakte zur römisch-katholischen Kirche, HEKS, Brot für Brüder, Medienarbeit), wurde 1964 die Stelle eines theologischen Sekretärs geschaffen. Weitere Kommissionen nahmen die Arbeit auf. In den 1960-er Jahren verfünffachte sich der finanzielle Etat. 1970 gründeten die Kirchen unter dem Dach des SEK das ISE, das Institut für Sozialethik. In diesem Jahr erreichte die Mitgliederzahl der reformierten Kirchen einen Höhepunkt. Die Beziehungen mit anderen Kirchen wurden neu in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (AGCK) gepflegt. Seit 2006 verkehrt der SEK im Rat der Religionen mit Vertretern anderer Religionen. HEKS und Brot für alle wurden 2002 in Stiftungen des SEK umgewandelt.

Für die „gesellschaftliche Öffentlichkeit“
Im Bericht geht der SEK davon aus, dass er „mit der theologischen und ethischen Grundlagenarbeit und entsprechenden Stellungnahmen einen wichtigen Beitrag leistet zur Positionierung der reformierten Kirchen gegenüber einer gesellschaftlichen Öffentlichkeit“. Dieses Wirken in der Gesellschaft sei – anders als die Beziehungen zu Bundesbehörden – in der Verfassung nicht verankert. Zudem hätten sich „in den letzten Jahren eine Vielzahl von Organisationen mit unterschiedlichen Ausrichtungen und Tätigkeiten unter dem Dach des SEK versammelt“. – Dass zuletzt HEKS und ‚Brot für alle‘ entgegen dem ausdrücklichen Wunsch des SEK-Rats eine Fusion abgelehnt haben, um ihre Eigenständigkeit zu wahren, wird im Bericht zur Verfassungsrevision nicht thematisiert.

Quelle: Der SEK-Bericht „Für einen Kirchenbund in guter Verfassung“

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Autor: Peter Schmid     bereitgestellt: 15.04.2010