
Die Abgeordnetenversammlung im Juni 2007 in Basel.

Eigenständige Kantonalkirchen bilden den Kirchenbund.
| Welche Bedeutung haben die reformierten Kirchen in der Schweizer Gesellschaft des 21. Jahrhunderts? Auch den Kirchenbund trifft‘s, wenn ihr Anteil an der Bevölkerung weiter sinkt und säkulare Konkurrenten Sinn, Wellness, Heilung und Werte anbieten. Wie werden die Reformierten bei abnehmenden Ressourcen das Evangelium mit dem Herrschaftsanspruch von Jesus Christus bezeugen? Wie werden sie christliche Gemeinschaft gestalten und, vom Kommen des Reichs Gottes überzeugt, den Menschen dienen? |
| In Zufriedenheit wiegen können sich die Reformierten angesichts der demografischen Entwicklung und der Kasualzahlen nicht mehr. Die Kirchen der Schweiz sind herausgefordert, ungewohnte Wege zu beschreiten und um einen geistlichen Aufbruch zu ringen, im Vertrauen auf Christus, den Auferstandenen, der Glauben, Liebe und Hoffnung erneuert und Räume des gemeinsamen Handelns öffnet. Im Miteinander der kantonalen Kirchen und des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbunds (SEK) erweist sich, wozu die Reformierten willens und fähig sind – oder nicht. Sie diskutieren derzeit ihre Perspektiven im Rahmen der Arbeiten für eine neue Verfassung des Kirchenbunds. Die Eigenheiten des bekenntnisfreien reformierten Kirche-Seins erweisen sich als Schwächen und Hürden; das eidgenössische Nebeneinander weitgehend selbständiger Kirchen sorgt für einen umständlichen Verlauf der Verfassungsrevision. Der Bericht des Rates des SEK zur Verfassungsrevision, im April 2010 veröffentlicht, beleuchtet die Herausforderungen schonungslos. |
| Mehr Was auf die Reformierten zukommt Was soll der Kirchenbund? Struktur und Arbeitsweise des SEK Kirchenbund, Kirchengemeinschaft oder Evangelische Kirche Schweiz? Wegmarken der SEK-Geschichte Der SEK-Bericht „Für einen Kirchenbund in guter Verfassung“ Website des SEK Gottfried Locher: Reformiert, reformiert! Plädoyer für eine Umkehr nach vorn (LKF-Vortrag 2006) |
| „Die reformierten Kirchen scheuen sich schon fast traditionsbedingt vor klarer Abgrenzung. Sie definieren sich stark über das ‚Nicht-Wollen‘: Sie wollen sich nicht klar über Mitgliedschaftsregeln abgrenzen, sondern eine für alle offene Volkskirche sein; sie wollen sich inhaltlich nicht abgrenzen und verstehen sich als bekenntnisfrei. Sie wollen sich nicht deutlich von anderen Konfessionen und Religionen abgrenzen und auch nicht von der modernen, säkularisierten Gesellschaft und dem Staat. Sie sehen sich als ‚Kirche von unten‘ und misstrauen tendenziell allen oberen Ebenen.“ - Bericht des Rates SEK zur Verfassungsrevision, April 2010, Seite 20 |