Tagungen 2006-2011

10. September 2011: Zukunft für Landgemeinden

„Was alle angeht, gehört in die Region“, sagte Hans-Hermann Pompe vom EKD-Zentrum ‚Mission in der Region‘ an der Tagung der positiven Synodefraktion der Berner Landeskirche und des Landeskirchen-Forums in Bern. Ortsgemeinde und Region sind neu abzustimmen. Weiterhin ist auf das Kleinverteilersystem der Ortsgemeinde zu setzen, ihre Nähe und Erreichbarkeit. Doch die Vermittlung des Evangeliums in postmoderne Milieus und Mentalitäten erfordert Bemühungen in der Region. Für Pompe sind im Abendmahl von Christus alle Verheissungen für missionarische Kooperation enthalten: „Wir werden gemeinsam angenommen, beschenkt, gestärkt und gesandt.“ Die Tagung zeigte mit fünf Workshops auf, was in Schweizer Landgemeinden möglich ist, und diskutierte Entwicklungsperspektiven.

Tagungsbericht: In kleinen Gemeinden den Weg zu den Menschen finden
Vortrag von Hans-Hermann Pompe: Mission als Chance der Volkskirche



6. Mai 2011: Gemeinde lebt mit Diakonie auf

„Wo Gemeinden aufblühen, ist das diakonische Handeln ein prägendes Element.“ Die LKF-Tagung am 6. Mai in Aarau zeigte auf, wie das Miteinander von Wort und Tat die Gemeindeentwicklung fördern kann. Mitorganisator Paul Kleiner, Rektor des TDS Aarau, schilderte das diakonische Handeln von Jesus anhand der Heilung der zehn Aussätzigen. „Diakonie ist wesentlich mehr als nur handeln“, sagte die Aargauer Kirchenratspräsidentin Claudia Bandixen; „sie beginnt damit, dass wir Werte setzen für dieses Handeln.“ Zwei Sozialdiakone schilderten, wie gezielte Diakonie, in der Gemeinde entwickelt, bei den Menschen ankommt.

Tagungsbericht: Kompetente Diakonie – lebendige Gemeinde
Vortrag von Paul Kleiner: Acht Aspekte des diakonischen Handelns



5. Februar 2011: Kirche und der Reichtum der Kommunitäten

Nach dem Ende der Volkskirche üben die Reformierten, sich neu zu verstehen. Ein Schlüssel ist Anerkennung in Liebe. Christen in verbindlicher Gemeinschaft, evangelische Ordensgemeinschaften und Bewegungen können wesentliche Impulse für die Erneuerung der Kirche geben. Ihrem Potenzial spürten das Landeskirchen-Forum LKF und das Forum Evangelischer Ordensgemeinschaften der Schweiz an ihrer Tagung in Basel nach. Der Basler Kirchenratspräsident Lukas Kundert bezeichnete Familie als „Grundstruktur von Kirche“; diese sei die Gemeinschaft der von Gott Angenommenen. Die Anerkennung ist auf allen Ebenen zu leben. Dies übten Kommunitäten und Ordensgemeinschaften intensiv, sagte Kundert.
Die Kirchen haben allen Grund Kommunitäten einzuschliessen und zu fördern, da sie den Glauben „lokal verdichtet“ gemeinsam leben, sagte Sr. Doris Kellerhals, Oberin der Riehener Diakonissen. In Workshops wurde am Nachmittag das Miteinander von Ortsgemeinde und Kommunität gesucht und erörtert.

Tagungsbericht: Kirche gestalten in Kirchgemeinde und Kommunität
Vortrag von Sr. Doris Kellerhals: Kirche – lokal verdichtet
Thesen der Workshops



30. Oktober 2010: Neue Gottesdienste

Landauf landab werden neue Gottesdienste gestaltet. Gemeinden probieren neue Formate aus. Doch Erneuerung des Gottesdienstes gibt es nicht ohne Besinnung auf das Wesen der Kirche. Laut LKF-Präsident Alfred Aeppli gilt es die Dynamik von Christus aufzugreifen: zu fördern, was dem Glauben und der Gemeinschaft der Glaubenden dient, zuerst im Gemeindekern. In der St. Galler Kirche, die die Tagung mit dem LKF organisierte, profitieren die Kirchgemeinden, die neue Gottesdienste wagen, von einem „allgemein innovativen, ermutigenden Klima“. Kirchenratspräsident Dölf Weder schilderte, wie die Kirche Neues ermutigt. In Gruppen, Workshops von Ostschweizer ReferentInnen und dem Schlussplenum wurden Rahmenbedingungen und Blockaden diskutiert und Erfahrungen weitergegeben. Wesentlich fürs Gelingen neuer Gottesdienste ist die Betreuung der Freiwilligen.

Tagungsbericht: Gottesdienste als Markenzeichen der vitalen Kirche
Vortrag von Alfred Aeppli: Reformierte Gottesdienste innovativ gestalten
Dossier Neue Gottesdienste


7. November 2009: Kirche in der Postmoderne

Nicht andere Formen oder originelle Ideen werden die Kirche in der Postmoderne retten. Vielmehr ist das Evangelium neuartig zu denken und zu leben. Kirchen müssen lernen, dass sie nicht mehr evangelisieren (d.h. an Bekanntes appellieren) können, sondern wieder missionieren (d.h. Unbekanntes entschlüsseln) müssen. Die Botschaft ist nicht mehr selbstredend. Dies sagte Alex Kurz an der Tagung über Kirche in der Postmoderne in Zürich. Thomas Beerle, Martin Voegelin und Markus Giger gaben Einblick in ihre Arbeit. Der Thurgauer Kirchenratspräsident Wilfried Bührer skizzierte nüchterne Zukunftsperspektiven.

Tagungsbericht: „Aussenseiterkirche mit Ausstrahlung“
Alex Kurz im Interview: Was wir in der Postmoderne zum Leben brauchen



6. Juni 2009: Interreligiöser Dialog

Viele Religionen - eine Wahrheit? Das LKF befasste sich mit den vielfältigen Optionen und Hürden im interreligiösen Dialog. Auf einen Nenner lassen sich die Religionen nicht bringen, und wer den Anspruch einer Religion relativiert, verfehlt ihr Wesen.

Tagungsresumé von Christian Stettler: Thesen zum Dialog der Religionen
Thesen von Heinzpeter Hempelmann: Positionen und Probleme eines religiösen Pluralismus
Thesen von Shafique Keshavjee: Interreligiöser Dialog und Verkündigung des Evangeliums
Kurzvortrag von Martin Breitenfeldt: Christliche Mission im multireligiösen Kontext
Tagungsbericht: Interreligiöser Dialog im Sog des Pluralismus



8. November 2008: evangelisch aufbrechen – reformiert bleiben

"Eine evangelische Kirche hat vom Evangelium auszugehen und zum Evangelium zurückzukehren." Der Basler Kirchenratspräsident Lukas Kundert schilderte an der Tagung des Landeskirchen-Forums in Zürich die Dynamik der laufenden Kampagne credo 08, welche Volkskirchen im urbanen Umfeld neu positioniert. Gellertpfarrer Roger Rohner brachte es auf den Punkt: „Kirche braucht einen Ofen der Gemeinschaft.“

Lukas Kundert: Volkskirchlich geprägte Mitgliederkirche
Tagungsbericht: „Kirche braucht einen inneren Ofen der Gemeinschaft“



7. Juni 2008: Reformierte und die eine Kirche

Wie entgehen reformierte Kirchen der profillosen Beliebigkeit – und anderseits der Versuchung, sich als nicht-katholisch oder nicht-evangelikal zu definieren? Das LKF befasste sich an seiner nationalen Tagung mit dem Selbstverständnis der Reformierten und – im Vorfeld des Calvin-Jubiläums – mit den Grundlagen, die der Genfer Reformator Jean Calvin dafür bereitstellte.

Thesen von Martin Hoegger: Jean Calvin und die Einheit der Kirche
Vortrag von Martin Hoegger : Favoriser la sainte unité – Jean Calvin et l’unité de l’Eglise
Vortrag von Peter Dettwiler: Reformierte Kirchen – jede ein Sonderfall?
Kurzer Tagungsbericht: Was die Kirche im Innersten zusammenhält


3. November 2007: Der missionarische Auftrag der Kirche

Sind die Christen noch überzeugt, dass das Evangelium eine gute Nachricht ist? Das Landeskirchen-Forum machte an einer Tagung am Samstag in Zürich Mut, mit Evangelisation Kirche alltagsnah zu gestalten. Die Tagungsteilnehmer verabschiedeten eine "Resolution zum missionarischen Auftrag der Kirche."

Resolution zum missionarischen Auftrag der Kirchen
Vortrag von Prälat Ulrich Mack: Der missionarische Auftrag – Perspektiven einer wachsenden Kirche
Tagungsbericht: „Wie wird aus einem spirituellen Gefühl Glaube?“



9. Juni 2007: Farbiger reformierter Gottesdienst

Prägungen und Chancen des reformierten Gottesdienstes kamen an der dritten Tagung des Landeskirchenforums LKF in Bern zur Sprache. Im Zentrum des reformierten Gottesdienstes steht seit den Anfängen die Predigt: Im Hören sollen die Menschen Gott selbst begegnen. Professor Ralph Kunz skizzierte in einem Vortrag den Weg der versammelten Gemeinde und fragte, wie das Wort zu seinem Gottesdienst und der Gottesdienst zum Wort kommt. Sr. Doris Kellerhals und die Neuenburger Pfarrerin Nicole Rochat leuchteten Gestaltungsmöglichkeiten aus.

Vortrag von R. Kunz: Der Reformierte Gottesdienst
Vortrag von Sr. Doris: Leitourgia
Beitrag von N. Rochat: Vivre l’identité réformée avec un coeur
évangélique

Tagungsbericht: Reformierter Gottesdienst mit Zukunft


4. November 2006: Bausteine reformierter Identität

«Wer seine Herkunft nicht kennt, verliert seine Zukunft», sagte Pfarrer Jürg Buchegger, Präsident des Landeskirchen-Forums, zu Beginn der Tagung in Zürich. Auch für den Zürcher Kirchenratspräsidenten Ruedi Reich ist klar, dass reformierte Identität heute wie zur Reformationszeit auf einen Nenner gebracht werden kann: «Die Landeskirche ist allein - ich betone allein - dem Evangelium verpflichtet.»

Vortrag von P. Opitz: Zukunftsträchtige Vergangenheit? Bausteine zu einer heutigen reformierten Identität
Beitrag von W. Honegger: Das Apostolikum im Gottesdienst
Tagungsbericht: „Reformierte Identität beginnt mit der Betroffenheit durch das Wort Gottes“



24. Juni 2006: Was reformierte Kirche ausmacht

An der ersten Tagung des Landeskirchen-Forums am 24. Juni 2006 in Bern ging es um die Verankerung des Kirche-Seins in Bibel, Bekenntnis und westlicher Tradition – und die Bedingungen im Schweizer Alltag. Der Berner Theologe Gottfried Locher warb für eine „Umkehr nach vorn“. Laut der Aargauer Kirchenratspräsidentin Claudia Bandixen sind die Reformierten eine „Kirche in Spannung“ – und halten dies aus. Es komme darauf an, um Kirche hier und heute zu ringen, sie in den aktuellen Herausforderungen nach klaren Leitlinien zu gestalten.

Vortrag von G. Locher: Reformiert, reformiert! Plädoyer für eine Umkehr nach vorn
Tagungsbericht: Umkehr nach vorn mit Traditionsbewusstsein
Autor: Peter Schmid     bereitgestellt: 25.01.2012     Besuche: 16 Monat