Berner Diakone erörtern die Nöte Jugendlicher

Zum zweiten Mal trafen sich sozialdiakonisch Arbeitende aus Berner Kirchgemeinden, um sich mit Fachleuten auszutauschen und untereinander zu vernetzen. Der Fokus lag diesmal auf Jugendlichen.

Nach einer Umfrage von GfS Bern leiden 64 Prozent der Menschen unter 18 Jahren an sehr hoher oder hoher psychischer Belastung. In der Altersgruppe der 15- bis 24-Jährigen leidet jeder Vierte an einer psychischen Erkrankung, hauptsächlich Depression, Angststörungen, Essstörungen oder Traumafolgen. Bei den jungen Frauen stieg die Suizidrate, bei den jungen Männern die Neigung zu Substanzkonsum, Gaming, übermässige Gereiztheit und Impulsivität.

Der Stress, dem Jugendliche ausgesetzt sind, sei extrem hoch, sagte der Referent, ensa-Trainer Tom Bögli. Denn in der Pubertät und bis 25 baue sich das gesamte Gehirn um – bei vollem Betrieb. Pubertierende Menschen seien dadurch impulsiv und risikobereit. Pubertäres Verhalten sei oft ähnlich wie die Symptome psychischer Erkrankung, erklärte Bögli. Die Anzeichen psychischen Erkrankung seien: eine auffällige Veränderung von Gedanken, Gefühlen und Verhalten, so dass sowohl die Alltagsbewältigung als auch die Beziehungsfähigkeit gestört sind.

ensa www.ensa.ch bietet Erste Hilfe-Kurse für die psychische Gesundheit Jugendlicher an, auch zur Früherkennung psychischer Erkrankungen. Berner Kirchgemeinden können die Kurse bei sich anbieten.

Gérald Mathieu, Programmleiter von Job Caddie Bern, berichtete an der Tagung im Haus der Kirche in Bern von den Schwierigkeiten, welche Jugendliche im Lehrbetrieb und beim Übertritt von der Lehre in die Berufswelt haben. Job Caddies unterstützen und begleiten die Jugendlichen.

«Wir versuchen, jeden Jugendlichen in seiner Welt wahrzunehmen», sagte Mathieu zum Mentoring-Approach der Job Caddies. «Wir fokussieren uns auf die vorhandenen Ressourcen der Jugendlichen und bestärken sie in ihren Ideen und Visionen.»

In der anschliessenden Diskussionsrunde wurde klar, wie stark die Themen die Diakone beschäftigen. Viele praktische Fragen kamen auf, Betroffenheit und Dankbarkeit, dass die beiden Referenten Wege zur Unterstützung anboten.

Quelle: refbejuso      Bild von Gérald Mathieu (rechts): Susanne Thomann