• Der neue Rat der EKD

EKD-Synode wählt Rat

Die Synodalen der Evangelischen Kirche in Deutschland haben am 10. November Annette Kurschus, die westfälische Kirchenpräsidentin, als neue Vorsitzende des Rates gewählt.

Bei der digital durchgeführten Synodesitzung in Bremen kam Annette Kurschus, seit 2015 stellvertretende Vorsitzende, am Mittwoch schon im ersten Wahlgang auf die notwendige Zweidrittelmehrheit (126 von 140 Stimmen). Bei der Wahl des Rats der EKD am Vortag hatte sie als einzige Kandidatin im ersten Wahlgang die geforderte Zweidrittelsmehrheit erhalten.

Als ihre Stellvertreterin wurde die Hamburger Bischöfin Kirsten Fehrs gewählt. Dem 15-köpfigen Rat, auf sechs Jahre gewählt, gehören neu acht Frauen an. Kurschus sagte nach der Wahl, sie wolle dem sexuellen Missbrauch in der evangelischen Kirche besondere Aufmerksamkeit geben. Den Klimawandel und die Aufgabe der Kirche, an der Seite der Schwachen, Abgehängten und Verletzten zu stehen, nannte sie als weitere Prioritäten.

Annette Kurschus stammt aus einer Pfarrerfamilie und ist 58-jährig. Sie studierte Theologie in Bonn, Marburg, Münster und Wuppertal und arbeitete als Pastorin und Dekanin in Siegen. 2012 übernahm sie die Leitung der Kirche Westfalens. Sie ist ledig und kinderlos.

Neben Kurschus und Fehrs haben zwei weitere Landesbischöfe im Rat Einsitz: Tobias Bilz (Sachsen) und Volker Jung (Hessen-Nassau), weiter zwei Politiker, Kerstin Griese (SPD) und Thomas Rachel (CDU), zwei Universitäts-Professoren, ein Unternehmer, eine Landeskirchenamtspräsidentin, der Dekan Michael Diener, eine Pastorin, eine Politikwissenschaftlerin, eine Juristin und ex officio die EKD-Synodevorsitzende Anna-Nicole Heinrich.

In seiner Abschlusspredigt zu Lukas 17,20-25 im Bremer Dom sagte der bisherige Ratsvorsitzende Landesbischof Heinrich Bedford Strohm, mit Pandemie und Klimawandel werde immer deutlicher, «dass die Zukunft der Erde höchst ungewiss ist … Und in dieser Situation, in der doch ein fester Wille und eine klare Orientierung gefragt wäre, wird die Decke der Zivilität dünner.»

Die Kirchen der EKD zählen noch 20,2 Millionen Mitglieder, 24 Prozent der deutschen Bevölkerung.

Quelle: EKD, ref.ch        Website zur EKD-Synode