Netzwerk gegen Grenzverletzungen

Am 6. Dezember wurde in Oberägeri und Lausanne das dreisprachige Netzwerk «Gemeinsam gegen Grenzverletzung» gegründet. Es verbindet 60 Fach- und Kirchenverbände aus dem nationalen Netzwerk der Schweizerischen Evangelischen Allianz SEA-RES. Sie wollen gemeinsam einen professionellen, achtsamen und offenen Umgang mit grenzverletzendem Verhalten entwickeln.

«Der Bedarf an Kompetenzaustausch und Präventionsarbeit ist vorhanden, weil grenzverletzendes Verhalten auch vor Kirchenmauern nicht haltmacht», schreiben die Initianten in einer Medienmitteilung.

Die Mitglieder unterzeichneten zeitgleich an den beiden Orten eine Charta. Damit verpflichten sie sich zur Null-Toleranz gegenüber Machtmissbrauch und grenzverletzendem Verhalten im geschützten Raum von Freikirchen und kirchlichen Einrichtungen oder Organisationen. 

Die Unterzeichnung verpflichtet die Verbände unter anderem zur Grundhaltung der professionellen Nähe. Zudem sind sie gehalten, Konzepte zur Prävention und Krisenintervention sowie Standards für Leitende und Mitarbeitende zu implementieren.

Zur Umsetzung dienen eine zweijährlich stattfindende Rechenschafts- und Impulskonferenz sowie der gegenseitige Austausch von Know-how über eine Webseite. Das Motto: «Wir schauen hin und handeln! Wir dulden keine sexuelle Ausbeutung, keinen Machtmissbrauch und keine anderen Grenzverletzungen.»

Mitglieder sind neben Kirchen auch Organisationen der internationalen Entwicklungszusammenarbeit, christliche Sozialwerke und Jugendverbände, welche für ihre Lager seit langem Schutzkonzepte haben.

An der Startkonferenz des Netzwerks nahmen neben den Unterzeichnern Präventionsbeauftragte und Fachpersonen teil. Es referierten der neue EMK-Bischof Stefan Zürcher, Natascha Bertschinger, Supervisorin der EMK und Karin Iten. Die Präventionsbeauftragte des Bistums Chur sprach über spirituellen Missbrauch.

Quelle: SEA